Rarotonga

Dateline Hopping & die perfekte Lagune

Polynesia "light" - Aitutaki, Rarotonga

Fiji, Samstag 7. August, zum Ersten
Es ist bewölkt und regnet zwischendurch. Aber es ist wieder tropischer Regen: schön warm und weich. Wir benutzen sogar die diversen kaputten Regenschirme, die im Hotelzimmer bereitliegen. Um 930 Uhr alles bereit an der Rezeption, das heisst am Strand bei den alten Bäumen mit griechischem Flair. Der Kapitän ruft zum Einsteigen in das kleine Motorboot und wir fahren aufs Meer. Da sehen wir in der Ferne bereits den Katamaran, der sich rasch nähert. Wieder ein Umsteigen auf offenem Meer (kein Koffer fällt ins Wasser). Und dann fahren wir für die nächsten zwei Stunden das Ende des Loop in den Malamucas ab. Viele Leute, die in Denarau eingestiegen sind , steigen in Mana, Castaway und Manolo aus. Im warmen, noch nicht recht sonnigen Meer eine schöne Rundfahrt. In Denarau angekommen schnappen wir gleich ein Taxi. Direkt zum Restaurant Maharaja, das immer noch gleich ist, wie vor 15 Jahren. Nach dem Essen zum Flughafen, einchecken und kurze Erfrischung im Raffles Gateway, gegenüber dem Airport. Auch dies eine Auffrischung der Erinnerungen (vor 12 Jahren mit dem kleinen Julius eine Nacht Stopover). Nadi Flughafen. Der einzige grosse Flughafen von Fiji, mit riesiger Shopping Arkade.

Rarotonga, Freitag, 6. August
Pünktlich um 17 Uhr Abflug. Es ist etwas eng. Ich sitze neben Cook Islanders (er arbeitet in der Apotheke , sie im Rarotonga Beach Resort). Sie waren für kurze Ferien in Fiji - in der Wärme, wie sie sich ausdrückt. Drei Stunden später, es ist bereits 22 Uhr, hier auf Rarotonga. Jetzt ist hier wieder Freitag Abend - denn wir sind über die Datumslinie geflogen.

Dieser Flughafen sieht noch genau wie vor 12 Jahren aus. Es spielt immer noch ein Mann mit Gitarre und Verstärker Südseelieder. Rasche und effiziente Immigration (just joking - wir waren fast die letzten, die aus dem Flughafen herauskamen). Draussen gerade ein Taxi (die anderen Leute fahren alle mit den Bussen). "Easy mate", und der Cook Islander mit Neuseeland-Englisch verstaut mit uns alle Koffer im Kofferraum und auf den Sitzen - und dann steigen auch noch wir ein. Langsam geht es die 3 km bis in die Stadt. Höchstgeschwindigkeit auf der ganzen Insel sind sowieso 40 km/h. Die Flughafenpiste füllt ferade fast einen Viertel der Insellänge aus. Es ist angenehm kühler. Vorbei an der kurzen Strandpromenade von Downtown Avarua. Einiges an neuen Geschäften. Aber alles in schönen dezenten Häusern - im "inseltypischen Stil" . Auch der Banana Court ist voll, Friday Night ist Island Night. Alles sieht geordnet, clean, fast neuseeländisch-australisch aus.
Hotel Paradise Inn. Nun sind wir also doch einmal hier, denn wir kennen diese originelle Inn seit 12 Jahren, haben aber nie dort übernachtet. Zwei zusammenhängenden Zimmer im ersten Stock. Alle anderen Zimmer sind Duplex auf die Seite. Vorne ist eine grosse Lounge und ein Deck zum Meer hin. Wir trinken noch ein Bier und dann ins Bett.Wir schlafen alle sofort ein. Datumsgrenze überspringen macht müde.

Samstag , 7. August zum Zweiten
Heute ist für uns nochmals Samstag. Alle noch etwas müde. Im Hotel gibt es kein Frühstück. Wir gehen in The Cafe, kurz vor dem Kreisel. Dann durch die samstäglich belebte Stadt. Viele neue Gebäude, viele Geschäfte. Ein Shopper- und Consumer Paradise. Die Cook Islands zeigen hier in Avarua eine Seite, die es in Samoa und Tonga und in Fiji ausserhalb von Suva nicht gibt. Touristen und viele Auslands- Cook Islander flanieren und geniessen diese einzige Ladenstrasse. Dahinter gibt es keine andere nennenswerte Strasse. Im Polizeigebäude (National Police) hole ich zusammen mit Dutzenden anderen Ausländern für 10 NZ $ meine Cook Drivers Licence. Ohne die gibt es kein Mietauto. Ob die wohl in Zürich gilt? Markus hofft darauf, im Herbst in Zürich kontrolliert zu werden....
Nach einem Snack im Cafe "Mama" zum Flughafen - der liegt wirklich gerade um die Ecke von Avarua. 15.30 Flug nach Aitutatki. Eine gute alte Saab 340 (die kennt Martina von diversen Flügen nach Deutschland besonders gut..). Und schon nach 40 Minuten (Drinks werden serviert !).............. Anflug auf die Lagune. Mit uns an Board das Aitutaki Kinder- und Jugend Golfer Team, das an einem Wettbewerb in Rarotonga gewesen ist. Die zwei Pisten (noch aus dem 2. Weltkrieg, von den Amerikanern aus Boxenstopp auf dem Weg nach Asien gebaut) sind riesig, der Flughafen klein.
Wir werden abgeholt von Wayne, dem Eigentümer der Aitutaki Lodges. Bungalow No 1 , ein A-Frame Chalet mit Terrasse und Blick über die Lagune. Wir sind aber die einzigen Gäste und das Restaurant ist auch nicht mehr in Betrieb, da Wayne's Tochter nach Neuseeland gezogen sei. Trotzdem fühlen wir uns wohl, mitten in der Countryside. Nach der Durchfahrt durch einen Banjan Tree biegt man gerade bei einem Marae (Ruinen eines vorchristlichen polynesischen Tempels) ab und dann für gut 500 Meter durch eine Buschhecke. Wir gehen bald aus. Mit unserem Mietauto (irgend ein grosser Japaner für 65 NZ$ pro Tag (ein kleines Formular mit nichts Kleingedrucktem , Geld bar auf die Hand) fahren wir nach Arutanga. Der "Hauptort" ist gerade mal 7 Minuten entfernt und doch auf der anderen Seite der Lagune. Auf dem Pier erleben wir den Sonnenuntergang. Draussen vor dem Schiff ankert ein Schiff, das gerade gelöscht wurde. Mit einer Barge werden die Waren an Land gebracht. Wir fahren und gehen etwas an der Westküste hoch und runter, in den Supermarkt und dann um acht in die Blue Nun zu einer Island Night. Zuerst grosses Buffet mit vielen leckeren lokalen und anderen Speisen. Dazu ein Zweimannorchester.
Dann kommt die Tanztruppe. Man merkt den Unterschied zu Melanesien und die Nähe zu Tahiti. Die Tänzer(innen) sind viel freizügiger gekleidet und auch die Bewegungen entsprechen ganz dem, was wir in jedem Südseefilm sehen. Wir haben das Glück, an einem Event teilzunehmen, der vor allem auch für die Einheimischen gemacht wird. Schon beim Essen sind lediglich drei Tische mit Ausländern besetzt. Es hat auch viele Cook Islanders von auswärts. (Die Bevölkerung in den Cook Islands ist etwa 14'000 Personen; aber über 60'000 wohnen im Ausland, vor allem in Neuseeland, den USA und Australien). Es wird viel getrunken, getanzt, gelärmt - wir sind aber auch bald müde.

Arutanga Church - die älteste Kirche im Südpazifik

Sonntag 8.8.
Wieder ist Sonntag und wir besuchen einen Gottesdienst. Wieder in die Kirche in Arutanga (wie vor 12 Jahren). Die älteste Kirche im Südpazifik. Es findet auch eine Taufe statt. Zuerst aber paradiert die Dorfmusik die zweihundert Meter vom ehemaligen Postoffice zur Kirche, zusammen mit Jungkirchenmitgliedern in einer Art Uniform. In der Kirche werden dem Pfarrer die Flaggen von Neuseeland, Grossbritannien und den Cooks überreicht. Dann die Taufe, die uns streckenweise an "Four Weddings and a Funderal" erinnert (Der Pfarrer: "....teki ma tangi taku palanga .... what is the baby, female ?....."- von niemandem eine Antwort , fährt weiter : "teka talunga pa Edward Houlard Jangana...... " whisper ,whisper - verzogene Gesichter der Paten und Eltern .... der Pfarrer: "what is the name....?" Flüster, Flüster, ein Pate geht zum Pfarrer, dann der Pfarrer "sorry, sorry , ... teka talunga pa Barbara Houlard Jangana ....).

Wieder wird wunderschön gesungen und die Akustik ist in der Tat sehr gut. Nach der Kirche werden wir angesprochen und zum Gemeindeapero im nebenanliegenden Sonntagsschulgebäude eingeladen.

Auch hier ist Sonntags die ganze Insel geschlossen ausser einBeach-Restaurant (Samade on the Beach) zu dem wir dann gleich fahren. Essen, Schwimmen und Kajaken den ganzen Nachmittag. Wir bleiben auch gleich für den Abend zum Buffet. Die Familie des Täuflings (Barbara, nicht Edward...) ist auch dabei.


Montag 9.8.
Ein ganzer Tag auf der Lagune. Es stimmt, was alle Reiseführer sagen: Ein Lagunenausflug mit dem Boot ist ein Must. Um 10 im weissen Sand an der Beach Bar des Aitutaki Lagoon Resorts beginnt der heutige Ausflug in die Lagune. Die Wahl des Bootes "Lova" von "Bishop's" , eines bereits alteingesessenen Unternehmens, war richtig: Es sind individuelle Touristen, keine Tagesausflügler von Rarotonga (ja, auch das gibt es bereits) und das Equipment (Boot, Schnorchel) sind neu.

Zuerst Fahrt nach Akaiami, wo die Flugboote der TEAL (Tasman Empire Air Line) jeweils einen Zwischenhalt einlegten. Dies war die erste Flugverbindung von Tahiti mit dem Festland - in Neuseeland. Die Fluggäste konnten auf der Route Neuseeland - Suva (Fiji) - Apia (Samoa) - Aitutaki - Tahiti während des Auftankens ein Bad in der Lagune nehmen und am Strand Refreshments geniessen. Das Flugbenzin wurde per Schiff in den guten alten Benzinfässern (Drums) hierhergebracht. Wir haben Zeit, die Insel zu erforschen. Vom alten TEAL Gebäude ist aber entgegen den Beschreibungen im Lonely Planet nichts mehr vorhanden. Dafür gibt es auch hier bereits die modesten Anfänge eines Resorts.

Danach gibt es Snorkeling. Das Wasser ist glasklar. Es ist gleissend hell von der brennenden Sonne und dem vielen weissen Sand. Wir steigen auf einer Sandbank aus. Schnorcheln im Gehen. Gegen das Riff hin wird es auch tiefer. Wir umkreisen einige Korallen"hügel". Aus einem schaut auch eine Muräne mit bösem Gesicht heraus - es erinnert uns an vor 12 Jahren, als unser Bus in Aitutaki eine Frau ins Spital bringen musste, da sie gerade von einer solchen Muräne gebissen worden ist. Ueberall farbige Fischschwärme, die vor dem weissen Sanduntergrund kontrastreich gut sichtbar sind. An einem Ort auch lebende Riesenmuscheln, sicher 30-40 cm lang.

Nach einer Stunde fahren wir nach One Foot Island. Diese Trauminsel ist genau so, wie man sie sich vorstellt und aus Reiseprospekten kennt: Weisser Sandstrand, grüne tropische Pflanzen und überall das warme blaue Wasser. Ein Koch hat uns in der Zwischenzeit ein traditionelles Buffet zubereitet. Auch hier Inselumrunden, Schwimmen, im Schatten Liegen. Joanne und Nathan, die beiden Engländer auf Weltumrundung sind auch dabei. Ein Honigmondpaar aus Slowenien, und der mittelalterliche Spanier mit Schönheitswahn und der Hose fast unter den Pobacken. Nach 16 Uhr dann Rückfahrt und wir hängen bei "Samade" in der Strandbar und im Wasser (auch wieder auf einem Kajak).

The Cook Islands - Polynesia Light

Dienstag, 10.8.
Wieder einmal haben wir Wetterglück. Noch ist es sonnig, aber die Regenwolken ziehen heran. Der Mittagsflug mit Air Rarotonga in den Süden führt uns über das Wolkenfeld, das gestern anscheinend Rarotonga einen ganzen Tag Regen beschert hat. Wir landen und es ist strahlend schön. Beim Anflug sehen wir die Bilderbuchinsel ganz klar: Nur etwa 10 km lang (die Piste an der Nordwestseite nimmt gerade mal einen Viertel der Insellänge ein), mit hohen grünen Vulkangipfeln und umgeben vom schützenden Riff, innen hellblaues , aussen dunkelblaues Wasser.

Ins Muri Beachcomber Hotel. Die beiden aneinandergebauten Bungalows geben uns zum Abschluss nochmals richtig viel Platz. Wir essen auf dem Deck des nebenanliegenden Rarotonga Segelclubs (im Restaurant "Sails") und spüren deutlich, dass die australisch-neuseeländisch-amerikanische Atmosphäre wieder näherkommt: Vor uns die Lagune, draussen das Riff und dahinter das tiefblaue Meer, aber sonst könnte es auch in einem dieser Länder sein.

Mit dem gemieteten Suzuki 4x4 (offen) sind es nur 15 Minuten nach Avarua. Zu Julius' Begeisterung, sehen wir gerade noch ein Rugby Spiel. Die Mannschaft der Royal Grammar School aus Worcester, England, gegen die lokalen Schüler vom Teora College Avarua. Dann fahren wir über die alte zur Küstenstrasse parallelen Strasse im Landesinnern. Eine ganz andere Welt. Fast keine "Touristenschilder", Papayaplantagen, Ziegen, Hühner, Kokospalmen. Aber doch hie und da ein Schild "Bed and Breakfast". Und immer wieder allerdings in der grünen Vegetation gut versteckt, schöne neue und auch grössere Häuser. Man merkt, dass auf dieser Insel einiges mahr an Geld vorhanden ist als in Samoa und Tonga.

Abends im Restaurant "The Flame Tree" in Muri Beach. Wie die Reiseführer zu Recht beschreiben: sehr gut.


Mittwoch 11.8. und Donnerstag 12.8.
Zum Abschied von der Südsee noch zwei ganze Tage in dieser leichten, unbeschwerten Amosphäre einer gut organisierten Neuseeländischen tropischen Ferieninsel. Wir fahren zuerst einmal um die Insel (das dauert gerade mal eine gute Stunde). Fast überall bebaut (aber schön versteckt im Grünen- keine hässlichen und hohen Gebäude). Einkaufen in Avarua und nochmals ausgiebiges Schwimmen und Kajakfahren in der Lagune (man kann hier fast bis zum Riff zu Fuss gehen). Am Abend wieder im Flame Tree. In der Nacht kommt Wind auf , der bis zu unserer Abreise bleibt. Ueberhaupt ist es nachts (angenehm) kühl und auch tagsüber haben wir ab und zu den Pullover an.

Am Mittwoch nochmals in Avarua.
Wir fahren auch drei Strassen, die zwei oder drei Kilometer ins Landesinnere führen. Mehr gibt es aber ausser den Inselumrundungsstrassen nicht zu befahren. Abend nochmals im "Sails" und dann um 2100 auf den Flughafen, wo der zweitägige Flug auf die andere Seite der Erde anfängt.(MH, MS)
Unsere Tage auf Rarotonga und Aitutaki waren wunderschön. Die Landschaften einzigartig, das Meer überwältigend blau. Die Menschen freundlich, gelassen. Nach vier Wochen unterwegs ein beglückendes, beruhigendes Gefühl zum Abschied. Chill Out in Polynesia. Abschied von Polynesien.

Einem Südsee-Einsteiger würde ich unsere Route übrigens andersherum empfehlen. Hier in Rarotonga landen - und die ersten Erfahrungen mit Polynesien machen. Dann sieht man das, was sich hier vom "Westen" unterscheidet, viel deutlicher. Wir kommen von Samoa, Tonga und Fiji - und sehen am Ende unserer Reise viel mehr diejenigen Dinge, die schon wieder "westlich" sind. Polynesien ist hier auf den Cooks stark westlich geworden. Die Frauen kleiden sich viel liberaler, insbesondere die Teenie-Girls (sie leben ja ohnehin oft in Neuseeland und sind nur zu Besuch hier). Der Tourist fühlt sich nicht als Fremdkörper oder Zuschauer, sondern "blends in". Die Cooks sind im Tourismus angekommen. Wer auf "Raro" und den "Cooks" anfängt, hat also einen leichten Start. Touristisch erschlossen die Hauptinsel, ungefähr wie Griechenland vor 30-40 Jahren. Aitutaki weniger besucht, aber doch sind Traveller nicht verloren - die Infrastruktur ist da, alles nur auf Individualtourismus bzw. auf Traveller eingerichtet, meist basic, vereinzelt luxuriös, nicht viel, aber vorhanden.

Mauke, Mitiaro, Penrhyn und Suwarow - alles Destinationen der Outer Cooks, von denen wir im Lonely Planet lesen und träumen, die wir aber - mangels Zeit - nicht besuchen können. Ein andermal. Wenn wir wiederkommen, werden wir versuchen, neue Cook-Inseln kennenzulernen. Rarotonga erscheint uns eine tropische Version von Guernsey oder Jersey Channel. Um uns herum brave, liebe Touristen, harmlose Gäste, meistens Ehepaare, die pensioniert sind. Kiwis - Neuseeländer. Gelassen, freundlich, grosszügig. Keine nervösen Europäer, die kritisch an der Rezeption stehen. Kaum Amis, keine Japaner, keine Gruppen. Kiwi Time. Polynesia with a Kiwi Touch. Die Cooks sind - nach wechselvoller Geschichte - heute stark mit Neuseeland assoziiert, welches diesen Inselstaat finanziell, aber auch z.B. administrativ unterstützt. Die überwiegende Mehrheit aller Cook Islanders lebt in Neuseeland, vor allem, weil es dort Jobs und Ausbildungsmöglichkeiten gibt. Von allen Ländern dieser Erde ist Neuseeland wahrscheinlich das beste Land für die Cooks! Das ist ein Segen: drei bis vier Stunden entfernt; es bringt Touristen; es schafft Arbeitsplätze in NZ; es liefert Foreign Aid. Durch alle diese glücklichen Umstände sind die Cooks heute das weitaus am leichtesten bereisbare Land dieses Teils des Südpazifiks.

Avarua - die verschlafene Stadt, hat sich in den zwölf Jahren, die zwischen unseren Besuchen liegen, wohl am meisten verändert. Sie ist zu einer lebhaften Stadt mit schönen Geschäften geworden. Sie erinnert uns an Southern California,an Neuengland, an Australien, aber auch an die englischen Seebäder. Holzbaustil, freundlich-farbig, man kann es gut aushalten hier. Der deutsche Honorarkonsul hisst allmorgendlich die Fahne direkt neben dem Banana Court. Seit 30 Jahren lebt und arbeitet er hier als Arzt, hat hier seine Nische gefunden. Sein romantisierendes Buch nehmen wir mit als eines jener merkwürdigen Memorabilia, von denen es im Südpazifik nur so wimmelt. Auch hier in den Cooks darf man nicht so tief suchen und analysieren, ähnlich wie in Tonga. Diese Staaten haben ihre eigenen Gesetze, scheint es. Wo es viel Küste gibt, gibt es anscheinend auch viele "Off-Shore-Deals". Ein Korruptionsfall folgt dem anderen. Momentan ist der Inselstaat bis aufs letzte verschuldet, weil irgendein Politiker in einem "Deal" das riesige Sheraton hat bauen lassen, von dem aber Sheraton nichts wissen will und das jetzt als Geister-Resort eine merkwürdige Sehenswürdigkeit geworden ist. Die Cooks sind, wie viele Inselstaaten hier unten mit grossem Fischreichtum, auch von den Chinesen umworben. Diese bauen gerade eine grosse Town Hall, als Dank dafür, dass sie seit Jahren quasi gratis hier unten Fische fangen dürfen. Und trotzdem - die Cooks haben einen ungeheuren Reiz, auch wenn sie auf dem Weg sind, eine grosse Feriendestination für den Pazifik zu werden (neben Neuseeland auch für Australien, Japan, und irgendwann einmal China).


Die blaue Lagune

Aitutaki ist überirdisch schön. Die blaue Lagune hat uns alle in ihren Bann gezogen. Und noch einmal haben wir geschnorchelt, diesmal auch Vita, mit grossem Eifer. Von der riesigen Moräne, die Markus und ich beim Schnorcheln vor ihrer Korallenhöhle haben lauern gesehen, haben wir ihr lieber erst hinterher erzählt. Die Fischvielfalt der Lagune hat uns alle fasziniert!

Aitutaki, wenngleich auch deutlich stärker frequentiert als vor 12 Jahren, hat noch diesen Outpost-Charakter. Es zieht immer noch Aussteiger vor allem aus Neuseeland an. Doch der Coconut Crusher oder die Blue Nun sind zwei perfekte Beispiele für diese alte Generation von Hippie-Restaurateurs. Ein letzter Rest von 68er-Geist ist noch spürbar. Aber die Hippies sind fast schon in Rente und singen nun brav in der Kirche, sagt uns der Besitzer vom Crusher. Überhaupt: Die Kirche von Arutanga an der Werft von Aitutaki, in der wir vor 12 Jahren schon mit dem kleinen Julius waren. Unser vierter Kirchenbesuch auf dieser Reise, und unsere Faszination ist so gross wie am Anfang. Der Gesang hier auf den Cooks wieder polyphon, aber doch ganz anders als bei den anderen Stationen unserer Reise. Genau wie vor 12 Jahren ist es dieser Hin- und Her - Gesang zwischen den Männern und Frauen der Gemeinde, der uns völlig begeistert.

Und doch hat sich etwas verändert im Vergleich zu damals: wir fühlen uns überhaupt nicht als Aussenseiter, sondern im Gegenteil, werden mit offenen Armen aufgenommen und hinterher in die Sunday School zum Church Breakfast eingeladen, bei dem es sagenhaft gute Kuchen für alle gibt. Lecker! Und was sagt der Pfarrer zu uns, als wir ihn beim Breakfast begrüssen: wer zum zweiten Mal kommt, der kommt noch mal wieder! See you again, Cook Islands! (MS)